Was bist du denn für ein Vorbild

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562208 web R K by Benjamin Thorn pixelio.de  200x300 Was bist du denn für ein Vorbild

Benjamin Thorn / pixelio.de

AH… ich mag meine Straße, das Herz von Köln. Viele verrückte Leute, viele nette Leute und viele bekloppte Leute.

Am liebsten sind mir die Damen, die der Meinung sind, sie seihen die Krönung der Schöpfung.

Besonders lustig ist es, wenn diese mit Kind/Enkel usw. unterwegs sind, da wird jeder Mensch auf seine Fehler hingewiesen. Meine Favoriten sind im Moment: „Schauen sie doch nicht so böse mein Kind bekommt Angst“ Ja ich hatte keine Sonnenbrille auf und die Sonne tat echt weh in den Augen oder „Was sind sie denn für ein Vorbild?” Natürlich immer in einer Tonlage und Lautstärke, das nicht nur mein Trommelfell platzt, sondern auch alle im Umfeld von 4 Kilometern wissen, das man irgendetwas gemacht haben muss.

So wurde mir gestern mal wieder laut erklärt, dass ich doch ein schlechtes Vorbild für das arme Kind bin, was die Hexe äh Mutter da im Schlepptau hatte eben, weil ich die Straße nicht an der Ampel überquert hatte. Gut soll man nicht machen ich schlimmer Finger ich, war aber auch doof kein Auto da der Laden direkt gegenüber also rüber.

So sah ich also die Sirene äh Dame, sah das verzweifelte Kind, dass anscheinend schon ein paar Stunden bei praller Sonne durch die Einkaufsgasse geschleift wurde, wie man anhand der knallroten Haut sah, und konnte mir natürlich nicht verkneifen zu fragen, welchen Sonnenschutzfaktor die Dame dem Kind auf die Haut geklatscht hätte.

„Das geht sie gar nichts an“ war die schmerzhafte Antwort. Soso es geht mich nichts an aber das ich eben die Straße überquerte sie wiederum schon?

Soso, immer schön auf die Fehler anderer hinweisen, damit man die eigenen überdeckt? Sonnenband ist ja bekanntlich auch so ungefährlich auf Kinderhaut.

Hm, und da ich nun mal ein Schelm bin und mir manchmal Wortgefechte patu nicht verkneifen kann musste ich die Dame fragen: „Wenn sie ihr Kind nicht dabei haben, rennen sie doch auch ständig ohne Ampel rüber, hab sie doch schon ein paar Mal gesehen“.

Tja so etwas sollte man übrigens nicht machen denn aktiviert man den „Oh Gott ich bin erwischt worden” Modus wird es in der Regel übel für die Ohren.

Und so erklärte mir die Dame in einer Lautstärke und einer Tonlage, die eigentlich eine Nachbehandlung beim Ohrenarzt bedurfte, dass sie immer alles richtig mache denn sie ist ja ein gutes Vorbild für ihr Kind.

Soso ein gutes Vorbild für ihr Kind, ich erwähne noch mal der Kleine hatte einen tierischen Sonnenbrand, der war also gewollt au weiha..

Nun nach dem ich der Sirene äh Dame wohl irgendwie gezeigt habe, dass ich sie nicht ernst nehme, zischte sie dann Kopfschütteln ab.

Doof nur, dass sie gerade das Kind bei Rot über die Straße schleifte und sich auf der anderen Straßenseite ebenfalls einer Sirene in die Arme lief.

Für dieses Wortgefecht hätte man eigentlich Eintritt verlangen müssen..

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